Plattenspieler - Seite

2004<zurück

Die technische Geschichte der Tonaufzeichnung beginnt 1807 mit dem englischen Gelehrten Thomas Young (1733-1829), der seine Erfindung wie folgt beschreibt: ''Mein Apparat ermöglicht Anzahl und Stärke von Schwingungen einer Stimmgabel zu messen, indem diese, mit einer Nadel versehen, eine gewellte Kurve auf einen Zylinder schreibt.''Zu nennen ist auch der französische Dichter und Philosoph Charles Cros, der von 1842 bis 1888 lebte. Er entwickelte einen automatischen Telegraphen, den er auf der Weltausstellung in Paris 1867 der Öffentlichkeit vorstellte. Nachdem er sich mit der Problematik der Schallaufzeichnung und Schallwiedergabe intensiv beschäftigt hatte, enstand eine Maschine, welche die die grundlegenden Konstruktionsmerkmale von Phonograph und Grammophon vorweg nahm. Die Suche nach einem begabten Feinmachaniker, sowie eines potenten Mäzens blieb jedoch erfolglos.

Edison Der erste erfolgreiche Erfinder, dem es gelingt die menschliche Stimme einzufangen und wiederzugeben, ist der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison (1847-1931). Nachdem er als 22jähriger junger Mann , durch den Verkauf des Patentes eines Börsentelegraphen ein wohlhabender Mann geworden war errichtete er in der Nähe NEW YORKs ein Versuchslabaratorium. Am 29. November übergibt er hier seinem Schweizer
(Fein-)mechaniker Kruesi eine Skizze mit dem Auftrag diesen Apparat zu bauen. Der ''Phonography'' besteht aus einer Stahlwalze über die eine Zinnfolie als Tonträger gespannt ist. Darüber befindet sich ein Trichter mit Membran und Nadel so angeordnet, dass dieser mit der Zinnfolie Kontakt hat. Dreht man nun die Walze und brüllt in den Trichter so drückt die Nadel eine Punktschrift in die Walze. Zum Abhören setzt man die Nadel auf den Ausgabspunkt und beginnt zu kurbeln. Das erste historisch verbürgte Wort, das auf diese Art konserviert wurde war das Wort : '' H E L L O''. Der Apparat wird öffentlich vorgeführt und ist die Sensation des Jahres 1878.

Bell
Ab 1881 versuchte Alexander Bell den Zinnfolien-Phonographen zu verbessern. Unter anderem experimentierte er auch mit Wachs als Tonträgermaterial mit dem Ergebniss, das die störenden Nebengeräusche entscheidend vermindert werden. Im Jahre 1886meldet Summer Tainter , das Wachs-modell zum Patent an und gibt ihm den Namen ''Graphophone''. Edison erhebt Klage vor Gericht. Zuletzt vermietet Edison sein Patent an einen Mann namens Lippincott, der aber keinen nenneswerten komerziellen Erfolg vorweisen kann und kurze Zeit später Pleite ist.
1888 kommt Edison mit einem ''verbesserten Phonographen'' auf den Markt , der mit Hartwachs-Walzen, die eine 2-minütige Spieldauer besitzen, funktioniert und dessen nicht-elektrische Variante, mit Federmotor, ein grosser komerzieller Erfolg wird. Insbesondere die Möglichkeit, eigene Aufnahmen herstellen zu können, dürften dies erreicht haben. Das Problem der massenhaften Walzenherstellung war noch lange nicht gelöst. Wollte man beispielsweise 500 Walzen eines Liedes produzieren, so stellte man 5 Phonographen nebeneinander und nahm nach einander 100 mal das selbe Lied auf. Es entstand der Beruf des Walzensängers, der stimmgewaltig und vor allem laut zu sein hatte. Erst 1903 erfand Edison ein Verfahren, das es ermöglichte Kopien seiner Walzen herzustellen.

Berliner
Um die Patentrechte von Edison zu umgehen ändert er den Winkel zwischen Nadel und Trägerfolie um 90° und erfindet damit die sog. Seitenschrift, die sich nicht mehr als Punkt- sondern als Zick-Zack-Furche zeigt. Am 8ten November 1887 meldet er sein ''Grammophone'', das Edisons 'Phonograph' sehr ähnlich sieht zum Patent an. Da eine Vervielfältigung der Walzen nicht möglich ist, entwickelt Berliner eine Scheibe, von der er meint, dass er sie später auf irgend einem Wege abpressen kann. Die Scheibe besteht aus mit Wachs überzogenem Zink. Die Töne durchschneiden das Wachs bis auf das blanke Metall. Die entstandene Furche wird dann tiefer geätzt und dannach werden aus dem Rohling Pressfolien hergestellt. Im Mai 1888 erfolgt die erste öffentliche Vorstellung in Philadelphia, und im Jahr darauf (1898) ist die Fa. Kämmer und Reinhard, Waltershausen/Thüringen, (Puppenfabrik) in der Lage einen ''Orginal Berliner- Phonographen'' zu liefern. Jedem Gerät liegen 6 Schallplatten aus Celloloid bei. Eine Seite die Musik und die andere, meist ein Kinderliedtext , passend dazu. Ein Spielzeug ! Den komerziellen Durchbruch bringt 1898 erst der von Eldridge Johnson (1867-1945) erfundene Federmotor für das Grammophon, sowie der Kontakt Berliners zum ehemaligen Aufnahmeleiter und Walzensängerpianisten Fred Gainsberg , der sich um die musikalische Seite zu kümmern beginmt. Im Auftrage Berliners bereist er, ausgestattet mit mit Aufnahme-Apparat, Säurebehältern, sowie grossen Mengen Aufnahme-Matrizen die Welt und beginnt Aufnahmen zu machen.

In Mailand trifft Gainsberg den jungen Tenor Enrico Caruso, der bereit ist für 100 englische Pfund 10 Arien auf Matrize zu singen. Es folgen weitere Mitglieder der Kulturszene : Melba, Patti, Schljapin, Farrar und ein Werbefeldzug Berliners' in dessen Zuge die Firma ein von Edison abgelehntes Ölgemälde, das den berühmten Hund NIPPER zeigte, erwarb, den Phonograpfen übermalen lies und der für Jahrzehnte das Markenzeichen aller GRAMMOPHONE companies bleiben sollte und auch noch heute ist. Die Schallplatten haben einen Durchmesser von 17,5 Zentimeter und sind einseitig bespielt und haben ein Länge von ca. 1,5 Minuten. Statt des heute üblichen Labels ist der Titel von Hand in die Matrize geritzt. 1904 erfindet die Firma ODEON aus Berlin die Zweiseitig spielbare Platte und auch das Format ändert sich. Es werden Schallplatten mit 25 und mit 30 cm Durchmesser produziert, die eine Spieldauer von bis zu 5,5 Minuten besitzen. Elektrische Verfahren Die ersten Aufnahmestudios entstehen um Zuge der massenhaften Verbreitung, meist in Berlin. Weitere Verbesserungen folgen:
Ab 1927 wird das akustische Aufnahmeverfahren von dem elektrischen Verfahren ersetzt, ermöglicht durch das, von britischen Armee-OffizierenWilliam Guest und Owen Merriman 1920 erfundene Vibrations-Motor-Verfahren, dessen Vorteil vor allem eine bessere Tonqulität ist - Der Klang ist natürlicher und voller. Der Schalldruck muss nicht mehr durch das Intrument bzw. die Stimme erzeugt werden. Diese Aufgabe übernimmt der Verstärker. 1929 wird der erste Tonfilm uraufgeführt, dessen Tonaufzeichnungsverfahren auf einem von einem Mikrophon gesteuerten Lichtstrahl basiert, bei dessen Umkehrung wiederum der Schall freigesetzt wird. Die deutschen Erfinder Joseph Masolle, Hans Vogt und Dr. Englnutzen dieses Verfahren für die Herstellung von Zwischenträgern bei der Schallplattenherrstellung. Die ersten Ton-Nachbearbeitungen werden möglich. Edward Kellogund Chester Rice entwickeln 1926 ein Verfahren mit welchem mechanische Schwingungen in elektrische Impulse umgesetzt werden - den '' Pick-Up''.Er besteht aus einem Elektro-Magneten in dessen Spulenkern der magnetische Fluss durch die Schwingungen der Grammophon-Nadel gesteuert werden. Nach diesem Prinzip werden Schalldosen gebaut, die man an den Verstärker eines Radios anschliessen kann. Diese elektrische Verstärkung ermöglicht eine nochmals verbesserte Wiedergabe und es entstehen ab 1929 die ersten Radio/Plattenspieler-Kombinationen. 1946 kommen die ersten brauchbaren Tonbandgeräte auf den Markt. 1948 brachte die Erfindung der LP durch den Amerikaner Peter Goldmark, sowie die durch die Radio Corporation of Amerika erfundene Single das rasche Ende der Schellackplatte. Ab 1957 trafen sich die Patente Berliners und Edisons, die Seiten- und die Tiefenschrift, und es entstand daraus das Stereo-Verfahren.

Wie funktioniert ein Plattenspieler?
Vielleicht gehörst Sie ja auch zu den wenigen Leuten, die noch einen Plattenspieler zu Hause haben. Wenn nicht, dann Sie bestimmt schon einen gesehen. Eigentlich sieht er genauso aus wie das alte Grammophon, nur dass der Schalltrichter fehlt. Stattdessen wird der Schall elektrisch verstärkt und mit einem Lautsprecher wiedergegeben. Er funktioniert ansonsten fast genauso wie das Grammophon. Die Nadel (häufig aus Diamant) tastet die Rille ab und beginnt zu schwingen. Diese Schwingungen entsprechen den ursprünglichen Schallschwingungen. Wenn man den Verstärker ausstellt und ganz genau hinhört, kann man hören, wie sich die Nadel bewegt.. Diese Schwingungen werden dann wie im Mikrophon von einer Spule in elektrische Wellen umgewandelt, die dann von einem Verstärker lauter gemacht und von einem Lautsprecher hörbar gemacht werden. Übrigens geht das seit dem Plattenspieler auch in Stereo, also mit zwei getrennten Kanälen, die auf zwei verschiedene Lautsprecher geleitet werden. Die Rillen sind nämlich nicht mehr senkrecht in die Platte geritzt, sondern schräg, sodass nun zwei gleichzeitig nebeneinander passen.. Die Nadel schwingt dabei in zwei Richtungen gleichzeitig und für beide Richtungen gibt es eine Spule, die die Bewegung in elektrische Wellen umsetzt. Diese elektrischen Wellen werden zum Verstärker geleitet, der sie dann mit den Lautsprechern wiedergibt. Heute gibt es aber kaum noch Plattenspieler, da die Platten sehr empfindlich sind. Wenn sie nämlich verkratzen oder verstauben wird der Klang viel schlechter, außerdem sind sie zerbrechlich. Heute haben die meisten Leute ihre Musik auf CDs. Heute speichert man Musik auf I-Pot MP Recorder Computer-Festplatten usw.

Die Technik des Plattenspieler

Welche Antriebsarten gibt es bei Plattenspielern?
Heutzutage dominieren riemengetriebene Plattenspieler im Hifi-Sektor und sogenannte Direkttriebler im Studio- und Diskotheken-(DJ-)Bereich.
In den Sechziger Jahren waren auch Reibradantriebe noch sehr verbreitet. Was bedeutet Masselaufwerk ?
Was ist ein Schwing- bzw. Subchassis?
Welche Tonarmarten gibt es ?
Es gibt zwei Arten von Tonarmen: Tangential- und Dreh-Tonarme. Tangential-Tonarme führen die Abtastnadel in gleichem Winkel wie den Schneidstichel der Aufzeichnungsmaschine über die Platte und vermeiden dadurch die Abtastfehler durch Fehlwinkel, wie sie bei Drehtonarmen konstruktionsbedingt auftreten. Tangentialarme sind selten und teuer und spielen deshalb nur eine untergeordnete Rolle, deshalb soll hier weitgehend nur auf die üblichen Drehtonarme eingegangen werden. Bei den Dreh-Tonarmen unterscheidet man zwischen Einpunkt- und Zweipunktlager-Tonarmen, außerdem gibt es Unterschiede bei den Gewichten. Für die einpunktgelagerten Arme gilt das gleiche wie für die Tangential-Arme: selten und (normalerweise) teurer. Gebräuchlicher sind die zweipunktgelagerten Tonarme, die Mehrzahl der Plattenspieler ist damit ausgerüstet. Einige Tonarme verfügen über genormte „Tonköpfe“, sogenannte Headshells, die per Überwurfmutter am Armrohr befestigt sind und zum Wechsel des Tonabnehmers leicht abgenommen werden können (SME-Norm). Die meisten Tonarme verfügen über verschiedene Einstellmöglichkeiten, z.B. für die Auflagekraft, Antiskating und Armhöhe. Einige wenige Tonarme haben komplett auswechselbare Armrohre, die jeweils auf bestimmte Tonabnehmersysteme abgestimmt sind (leicht, mittel, schwer). Halbautomatik, manuell oder doch lieber ein Vollautomat ? Bei Plattenspielern ist es wie in vielen anderen Technikbereichen : wer Bedienungskomfort liebt, kann auch Modelle wählen, die dem Benutzer für fast alle Funktionen Automatiken zur Verfügung stellt. Dem gegenüber stehen Plattenspieler, die, wenn er nicht im Tonarm eingebaut ist, noch nicht einmal einen Lift bieten (ein m. E. sehr wertvolles Zubehör). Kurz zur Erläuterung : bei einem manuell zu bedienenden Gerät muss man den Arm nach dem Einschalten des Motor von Hand über die Platte schwenken und in die Einlaufrille absenken sowie ihn nach Beendigung des Abspielvorgangs wieder herunter heben. Bei einem Halbautomaten wird der Tonarm nach Erreichen der Auslaufrille angehoben (manchmal auch in die Ruheposition zurückgeführt) und der Motor des Plattenspielers abgeschaltet. Ein Vollautomat macht auf Knopfdruck alles automatisch : er startet den Motor, führt den Arm über die Einlaufrille, senkt die Nadel ab, hebt den Arm am Ende wieder, führt ihn zurück und schaltet dann ab. Oft kann man Vollautomaten auch auf „Repeat“ schalten, dann fängt er immer wieder von vorne an. Und oft ist seine Geschwindigkeitseinstellung mit der Automatik derart gekoppelt, dass der Arm bei Anwahl der 45er-Geschwindigkeit automatisch die Einlaufrille einer 7-Inch-Single anfährt. Ein Konzept ist hier nicht grundsätzlich besser oder schlechter als die anderen, doch werden Sie bei einem Multitausendeuro-Laufwerk kaum eine Automatik finden, noch nicht mal eine Endabschaltung, während Sie bei Ebay für keine hundert Euro japanische Vollautomaten kaufen können, die sogar eine Titelprogrammierung wie bei einem CD-Player anbieten. Wie viel Komfort Sie wollen bzw. brauchen, müssen Sie natürlich selbst entscheiden. Wenn Sie allerdings dazu neigen, beim Hören ins Land der Träume wegzudämmern, dann wäre eine automatische Endabschaltung recht sinnvoll. Wenn Sie dagegen mal ein wenig mit verschiedenen Tonarmen oder anderen Umbaumaßnahmen experimentieren wollen, sollten Sie auf manuell zu bedienende Laufwerke zurückgreifen. Und wenn Sie nach dem Umdrehen der Platte schnellstmöglichst zu Ihrer/m Liebsten auf die Couch zurück möchten, dann nehmen Sie einen Vollautomaten – der spielt den Bolero ggf. dann auch per Repeatfunktion in der Endlosschleife ;-).
Brauche ich ein Stroboskop ?
Um es ganz klar zu sagen : wenn man nicht wirklich die Möglichkeit benötigt, die Drehzahl in exakten Prozentschritten zu verändern, oder wenn man nicht wirklich darauf angewiesen ist, dass die Drehzahl genau 33 1/3 und nicht etwa 33 oder 33 2/3 Umdrehungen pro Minute beträgt, kann man getrost darauf verzichten. Und stellen Sie sich mal vor, der Motor Ihres Plattenspielers ist nicht quarzgeregelt, und die Markierungslinien des Stroboskops wandern immer minimal nach rechts oder nach links (da gibt’s einige Faktoren, die das beeinflussen können) – das kann Sie ganz schön irritieren und von Wichtigerem, z.B. der Musik, ablenken, glauben Sie mir. Und das muss man sich nicht unbedingt antun !
Phonovorstufe ? Prepre ?? Übertrager ???
Um Musik in die Rille der Pressmatrize einer Schallplatte zu schneiden, muss das Signal "verzerrt" werden, um die Rille einigermaßen gleichmäßig laufen zu lassen, sodass eine Abtastnadel dem Verlauf der Rille ohne Schwierigkeiten folgen kann (RIAA-Kennlinie). Höhen müssen verstärkt werden, sonst würde die Rille zu flach und schmal, Bässe müssen abgeschwächt werden, sonst würde die Rille zu tief und zu breit (dies wurde hier bewusst sehr einfach dargestellt). Um die Musik später von der Schallplatte wieder originalgetreu hören zu können, muss das Signal wieder entzerrt werden. Eine Phonovorstufe tut genau dies, und außerdem verstärkt sie die schwachen Signale eines Tonabnehmersystems. Phonovorstufen sind entweder in Vor- oder Vollverstärker eingebaut oder können als externe Geräte mit eigener Stromversorgung an einen Line-Eingang eines Vor- oder Vollverstärkers ohne eigenen Phonoeingang angeschlossen werden. Wenn sie über eine eigene Lautstärkeregelung verfügen, können sie sogar ohne "normale" Vorstufe mit einem Endverstärker zusammenarbeiten. Es gibt Phonovorstufen, die nur für MM- oder nur für MC-Systeme geeignet sind sowie solche mit Umschaltmöglichkeit oder sogar mehreren Eingängen für MM und MC. Ganz anders geartet sind Prepres und Übertrager. Diese Geräte, erstere mit Stromversorgung, die anderen rein passiv, haben einzig und allein die Aufgabe, die schwachen MC-Signale auf MM-Niveau anzuheben. Sie haben keine eingebaute RIAA-Entzerrung und müssen deshalb an eine MM-Phonovorstufe angeschlossen werden.
Was bedeutet Antiskating ?
Bei sich drehender Schallplatte entsteht ein sogenannte Skatingkraft, welche den Tonarm zur Plattentellermitte hin zieht. Dadurch kommt es zu einer stärkeren Belastung der inneren Rillenflanke sowie zu erhöhter einseitiger Abnutzung des Abtastdiamanten. Um diese Skatingkraft zu kompensieren, verfügen die meisten Drehtonarme über eine sogenannte Antiskating-Einrichtung. Die ist oft eine Vorrichtung mit Faden und Gewicht, aber auch Federzüge oder magnetisch funktionierende Vorrichtungen werden benutzt. In Normalfall sind diese Einrichtungen kalibriert und in der Bedienungsanleitung beschrieben, als Faustregel kann gelten, dass die Antiskatingkraft analog zur Auflagekraft eingestellt wird. Wird eine Schallplatte nass "gefahren" (Lencoclean), kann die Einstellung verringert werden, ebenso bei bestimmten Nadelschliffen (A.J. Van den Hul empfiehlt z.B. deutlich reduzierte Einstellungen für Systeme mit seinen Nadelschliffen).
Was bedeutet Compliance bzw. Nadelnachgiebigkeit ?
Welche Bedeutung hat dabei die effektive Masse eines Tonarms ? Compliance, in der Umgangssprache auch Nadelnachgiebigkeit genannt, bezeichnet in der Tat die Nachgiebigkeit der Nadelträger-Aufhängung. Man spricht in diesem Fall auch z. B. von hart-aufgehängten MCs. Die Maßeinheit heißt cu. Eine grobe Einteilung sieht ungefähr folgendermaßen aus : niedrige Compliance = <15 cu, mittlere Compliance 15 bis 25 cu, hohe Compliance >25 cu.Die Compliance/Nadelnachgiebigkeit ist wichtig im Zusammenhang mit der effektiven Masse der Tonabnehmer/Tonarm-Kombination und der Auflagekraft (VTF). Beispiel für einen Tonarm mit hoher effektiver Masse : SME 3012 R (14g). Beispiel für einen Tonarm mit geringer effekt. Masse : SME 3009 Improved (6,5g). Kombinationsbeispiele : schwerer SME-12-Zoll-Arm / Ortofon SPU / VTF 4g / Compliance 5 cu gegenüber leichtem Dual ULM-Arm / AKG P25MD35 / VTF 0,75g / Compliance 35 cu. Im Normalfall ist die Auflagekraft umso höher je niedriger die Compliance ist und umgekehrt. Ebenso harmonieren „hart“ aufgehängte Systeme besser mit schwereren Tonarmen (=höhere effektive Masse), während die idealen Systeme für leichte Tonarme eine hohe Compliance aufweisen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass sich bei falscher Kombination die System/Tonarm-Resonanz in ungünstige Bereiche verschieben kann; im Idealfall sollte diese zwischen 7 und 15 Hz liegen. Liegt sie unter- oder oberhalb dieses Idealbereiches, kann es zu Verzerrungen und Störungen in der Wiedergabe kommen. Notfalls kann man einen leichteren Arm durch Austausch des Headshells (das Orsonic AV-101b wiegt beispielsweise mehr als das Doppelte des normalen SME-Headshells) „modifizieren“, um die Kombination mit einem härter aufgehängten System zu ermöglichen.
Was ist ein Halbzoll-System und was bedeutet T4P-Anschluß ? Halbzoll (1/2’’) bezeichnet Abtastsysteme, deren Befestigungspunkte (Schraubenlöcher) 12,7 mm (1 Zoll / 1’’ = 25,4 mm) auseinanderliegen. Diese Systeme werden mittels zweier Schrauben in entsprechenden Headshells befestigt und können, wenn diese Langlöcher zur Aufnahme der Schrauben haben, auch vielfältig verschoben bzw. verdreht werden, um eine perfekte Einstellung zu ermöglichen. T4P-Systeme (eine Technics-Erfindung) sind Stecksysteme. Abmessungen, Gewicht und andere Merkmale sind genormt, sodass im Gegensatz zu Halbzoll-Systemen nur noch eine benutzerfreundliche, simple „lösen - abziehen – einstecken – festziehen – fertig“-Prozedur zum Systemwechsel nötig ist. Meist ist weder die Einstellung der Auflagekraft noch der Antiskatingkraft erforderlich. Auf Grund der Einfachheit und der strengen Vorgaben für die Kompatibilität haben sich diese Stecksysteme nur bei Plattenspielern im Einsteiger- bzw. Konsumbereich durchgesetzt (als Beispiel seien hier japanische Achtziger-Jahre-Tangentialplayer genannt) und sind bei hochwertigen Plattenspielern so gut wie nie anzutreffen. Belegung des DIN-Steckers:

Büchseanschlussbild

Die Filzmatte klebt immer an der Schallplatte, und es knistert vernehmlich - was kann man da tun ?
Die Zauberworte hier heißen "statische Elektrizität". Gerade neue Schallplatten, die erstmalige aus der Papierinnenhülle herausgezogen werden, sind extrem statisch aufgeladen und nehmen so oft die Filzmatten, die z.B. serienmässig bei Rega- oder Linn-Plattenspielern eingesetzt werden, beim Abnehmen mit. Trockene Luft im Hörraum verstärkt die Probleme weiter. Abhilfe schafft hier das Festkleben der Filzmatte auf dem Teller, und zwar mit mehreren kleinen, symmetrisch angeordneten Stücken doppelseitigem Klebeband, die am äusseren Radius des Tellers angebracht werden. Schallplatten laden sich nach einer Wäsche und Verpacken in eine neue antistatische Innenhülle übrigens kaum wieder auf. Des weiteren empfiehlt sich eine Mitlaufbesen der aus feinen Kunsthoffhaare besteht dessen Kabel am Verstärker angeschlossen(Erde) wird und dadurch die Schallplatte entmagnetisiert wird . In trockene Räume sollte man die Luftfeuchtigkeit mit einer Schale Wasser (oder geeigneter Grünpflanzen, deren Erde feucht gehalten wird) irgendwo im Raum etwas erhöhen.

Der Plattenspieler als Musikinstrument
Die Möglichkeiten des Plattenspielers als Klangerzeuger bergen ein enormes Potential, das über bloßes Ineinandermischen zweier Musikstücke weit hinausgeht, und sich, wie auch andere Strömungen in der Popmusik, in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Der erste Dj, der sich nicht damit begnügte die Schallplatten einfach nur abzuspielen, war Francis Grosso. 1970 im New Yorker Sanctuary-Club erschuf er einen nicht abreißenden Fluß von Musik mir Hilfe zweier Plattenspieler. Sein Vorbild waren die Radio-Djs der 50er Jahre, die damit begannen, die Pausen zwischen zwei Stücken mir Einspielungen von Geräuschen zu füllen. Grosso legte sich das Signal des jeweils nicht gehörten Plattenspieler auf den Kopfhörerausgang des Mischpultes und so konnte zwar er aber nicht das Publikum die aufliegenden Platte hören. Mit den Pitchreglern (Geschwindigkeitsreglern) an seinen Plattenspielern konnte er nun die Tempi beider Platten angleichen. Hatte er sie nun synchronisiert, drehte er die Platte bei laufendem Plattenspieler zum Anfang zurück und hielt sie fest. Ließ er sie im passenden Moment los, konnte er einen nahtlosen Übergang zweier Stücke erzeugen oder sie sogar parallel laufen lassen. Die Technik des Scratchens Der DJ bewegt beim Scratchen die Platte mit einer Hand in verschiedenen Rhythmusmustern vor und/oder zurück, die andere Hand führt korrespondierende Bewegungen mit den Reglern des Mischpultes aus.

Die Technik des Scratchens

Die Geschichte der Schallplatte
Der erste Grammophon-Typ des legendären "His Masters Voice" kam 1897 in den USA heraus, benannt nach einem Ölgemälde des Malers Francis Barraud. Der Hund "Nipper", der die "Stimme seines Herren" hört, wurde zur berühmtesten Schutzmarke der Welt! Das Originalgemälde hängt heute in der EMI-Zentrale in Hayes/Middlesex. Bereits um 1910 verkauften deutsche Schallplattenhändler ca. 3 Millionen Platten jährlich. Am 26. Februar 1917 entsteht die erste Jazz-Platte der Welt "Livery Stable Blues" mit der "Original Dixieland Jazz-Band" im New Yorker Victor-Studio, die in Deutschland erst 1922 veröffentlicht wird. 1925 Gründung der deutschen "Electrola", deren Namen sich von dem elektrischen Aufnahmeverfahren ableitete, das von nun an für Schallplatten angewandt wurde. RCA brachte am 17. September 1931 die erste Platte mit 33 1/3 UpM heraus - die "Langspielplatte" war geboren, kam aber erst 1951 auf den Markt.
Zu den Marktführern RCA, Columbia und Decca gesellte sich ab April 1942 die Capitol, 1947 wurde Mercury gegründet,
die 1959 erste Stereo-Aufnahmen veröffentlichte. 1958 stellte man die Produktion der Schellackplatte endgültig ein.
Moderne Abtastsysteme eroberten den Markt - Musikstile kamen und gingen. 1983 wurde weltweit die Compact-Disc (CD) eingeführt, die ihren Marktanteil immer mehr steigern konnte.
Di
e herkömmliche Vinyl-Schallplatte aber wird trotz dieser Entwicklung einer der bedeutendsten Kulturträger unserer Zeit bleiben!

Zurück

Der Plattenspieler
Geschichte
1807
1878
1886
1898
1904
1927
1957
2004

1888

1898

1955

Technik
Antriebsarten
Stroboskop
Phonovorstufe
Antiskating
Nadelnachgiebigkeit
Systeme
Belegung Din-Stecker
Statischeaufladung
Der Plattenspieler als Musikinstument
Die Geschichte der Schallplatte
Die erste Lp
Die erste Stereo Lp

 

Zur Zeit der teurste Plattenspieler der Welt 75000€

 

 

19969

 

 

1963

 

 

 

1960

 

 

1955